Wissenswertes

Was die wenigsten über Bienen wissen

Kein Lehrgang, eher eine Sammlung erstaunlicher Geschichten und Zahlen rund um das Volk, das meinen Honig macht. Alles an mehreren unabhängigen Quellen geprüft. Wo sich Angaben unterschieden, steht hier die vorsichtigere Zahl oder eine Spanne.

Ein Fachbegriff gestolpert? Das Imkerdeutsch–Deutsch-Glossar steht ganz unten auf dieser Seite.

Die drei Bienenwesen

Arbeiterin und Königin sind genetisch fast identisch. Der Unterschied entsteht allein durch die Fütterung als Larve. Der Drohn dagegen ist biologisch etwas ganz anderes.

Arbeiterin

Entwicklung21 Tage
Lebensdauer4–6 Wochen (Sommer)
bis 6 Monate (Winter)
Entsteht ausbefruchtetem Ei

Drohn

Entwicklung24 Tage
Lebensdauer4–6 Wochen
kein Stachel
Entsteht ausunbefruchtetem Ei

Königin

Entwicklung16 Tage
Lebensdauer3–5 Jahre
bis 2.000 Eier/Tag
Entsteht ausbefruchtetem Ei
Kein Vater, aber ein Großvater: Ein Drohn entsteht aus einem unbefruchteten Ei der Königin. Er hat also nur die Erbanlagen seiner Mutter und selbst keinen Vater. Diese Mutter wurde aber ihrerseits von einem Drohn begattet. Der Drohn hat also keinen eigenen Vater, aber über seine Mutter einen Großvater. Dieses Grundprinzip der Bienenbiologie heißt Haplodiploidie.
Ein Gedanke am Rande: Als gläubiger Christ fällt mir bei dieser Bienenkuriosität eine persönliche Parallele auf: Auch mein Glaube kennt einen Sohn ohne irdischen Vater, Jesus Christus, Sohn Gottes des Vaters. Kein biologischer Beweis natürlich, nur ein kleines Sinnbild dafür, dass Wunder sich manchmal im Allerkleinsten verstecken.

Warum die Königin so viel älter wird

Zunächst kurz erklärt, worum es geht: Futtersaft ist ein eiweiß-, fett- und vitaminreiches Sekret, das junge Ammenbienen (meist 6 bis 12 Tage alt) in ihren Kopfdrüsen selbst herstellen, der Hypopharynx- und der Mandibeldrüse. Der Rohstoff dafür ist Pollen und Honig. Damit füttern die Ammenbienen die komplette Brut in den ersten Lebenstagen, die Königin ihr ganzes Leben lang und gelegentlich auch sich gegenseitig. Ohne Futtersaft gäbe es keine neue Bienengeneration.

Der Unterschied zwischen Königin und Arbeiterin liegt fast ausschließlich an der Fütterung als Larve: Nur die Königin bekommt bis zur Verdeckelung ihrer Zelle ausschließlich die besonders intensive Variante, Gelée Royale genannt. Arbeiterinnenlarven bekommen normalen Futtersaft nur die ersten drei bis vier Tage. Das Ergebnis: Die Königin entwickelt voll funktionsfähige Eierstöcke und einen anderen Stoffwechsel, während sich eine Arbeiterin buchstäblich zu Tode arbeitet. Eine Sommerbiene verschleißt nach wenigen Wochen Dauereinsatz, eine Königin kann 3 bis 5 Jahre alt werden.

Was Gelée Royale eigentlich ist: Ein körpereigenes Sekret der Ammenbienen, kein Sammelprodukt wie Nektar. Es besteht zu rund zwei Dritteln aus Wasser, dazu Eiweiße, Zucker, Fette sowie B-Vitamine und Mineralstoffe. Lange dachte man, ein einzelnes Protein („Royalactin") löse die Entwicklung zur Königin aus. Neuere Forschung geht eher davon aus, dass die intensive Fütterung bestimmte Gene der Larve an- und abschaltet. Im Handel wird Gelée Royale auch als Nahrungsergänzung verkauft. Belastbare Wirkungsnachweise beim Menschen gibt es dafür bislang nicht.

Sommerbiene und Winterbiene sind übrigens genetisch dieselbe Arbeiterin, nur die Lebensphase unterscheidet sich. Winterbienen schlüpfen im Spätsommer, fliegen kaum noch aus und sparen ihre Kräfte. Nur so bringen sie das Volk sicher durch den Winter.

Der Werdegang einer Sommerbiene

In ihren rund 4 bis 6 Wochen durchläuft eine Arbeiterin mehrere „Berufe", gesteuert vom Alter ihrer Drüsen, nicht von einem Vorgesetzten. Die Tagesangaben sind typische Richtwerte. Bei Bedarf im Volk springt eine Biene auch mal zwischen den Aufgaben.

Tag 1–3

Putzbiene

Reinigt frisch geschlüpfte Zellen für die nächste Eiablage.

Tag 4–13

Ammenbiene

Füttert Larven und Königin mit selbst produziertem Futtersaft.

Tag 14–16

Baubiene

Wachsdrüsen sind aktiv: Sie baut und verdeckelt Waben.

Tag 17–19

Wächterin

Kontrolliert am Flugloch, wer ins Volk darf und wer nicht.

Ab Tag 20

Sammelbiene

Fliegt aus, sammelt Nektar, Pollen, Wasser und Propolis, bis sie mit rund 40 Tagen verschleißt.

Ein Bienenleben in Kilometern

Die Flugleistung eines ganzen Volkes für ein einziges Glas Honig ist schwer vorstellbar. Hier die Zahlen für ein 500-g-Glas, wie sie der Deutsche Imkerbund angibt.

85 kmTagesstrecke einer Sammelbiene
40.000Ausflüge für ein 500-g-Glas
120.000 kmFlugstrecke dafür, etwa 3 Erdumrundungen
2 Mio.angeflogene Blüten dafür
Was das in Euro wäre: 40.000 Ausflüge à rund 27 Minuten ergeben für ein einziges 500-g-Glas etwa 18.000 Arbeitsstunden. Würde man Sammelbienen zum gesetzlichen Mindestlohn bezahlen (13,90 €, Stand 1. Januar 2026), müsste ein Glas Honig rund 250.200 Euro kosten. Der Preis am Ehrenkasten wirkt danach fast geschenkt.

Zahlen rund ums Volk

2.000Eier/Tag im Frühjahrshoch, mehr als das Gewicht der Königin selbst
8–70 Tsd.Volksgröße: Winterminimum bis Sommerhöhepunkt
20–30 lWasserbedarf eines Volkes pro Jahr
25–30 kgPollenbedarf eines Volkes pro Jahr
Ein Rechenspiel: Legt die Königin im Schnitt 1.000 Eier pro Tag (die Hälfte ihres Maximalwerts, um Frühjahrsspitze und winterliche Legepause auszugleichen), kommen übers Jahr rechnerisch 365.000 Bienen zusammen. Bei rund 6 Wochen Lebensdauer pro Generation sind das etwa 8 bis 9 komplette Generationswechsel. Bei einem Durchschnittsgewicht von 82 mg pro Biene wären das rund 30 kg Bienenmasse im Jahr. Zum Vergleich: Der Deutsche Imkerbund geht von rund 150.000 Eiern pro Jahr aus (etwa 15 kg). Das ist vorsichtiger gerechnet, weil die Legeleistung übers Jahr stark schwankt und im Winter für Wochen ganz ruht.

Nektar wird Honig

Nektar hat einen Wassergehalt von 40 bis 70 %. Die Bienen reichern ihn im Kropf mit dem Enzym Invertase an, das Rohrzucker in Trauben- und Fruchtzucker spaltet, und senken den Wassergehalt durch ständiges Umtragen und Fächeln der Flügel auf unter 18 %. Erst dann ist der Honig reif und wird mit Wachs verdeckelt. Ein weiteres Enzym, Glucoseoxidase, erzeugt dabei etwas Wasserstoffperoxid, das den Honig auf natürliche Weise haltbar macht.

Nektar liefert dem Volk reine Energie, quasi das Flugbenzin. Pollen dagegen liefert Eiweiß, Aminosäuren und Mineralstoffe und ist unverzichtbar für die Brutaufzucht: Ohne Pollen können Ammenbienen keinen Futtersaft produzieren, ohne Futtersaft wächst keine neue Generation heran.

Blütenhonig oder Waldhonig, was ist der Unterschied? Blütenhonig (das, was bei mir im Glas landet) entsteht aus Nektar, den die Bienen direkt aus Blüten sammeln. Waldhonig stammt gar nicht von Blüten: Blatt- und Rindenläuse an Fichten, Tannen oder Laubbäumen saugen zuckerreichen Pflanzensaft und scheiden den Überschuss als klebrigen Honigtau aus. Genau den sammeln die Bienen stattdessen. Das Ergebnis ist dunkler, malzig-würziger, bleibt länger flüssig und enthält mehr Mineralstoffe. Beides ist „echter" Honig, nur mit ganz unterschiedlichem Rohstoff.
Cremig oder flüssig, zwei verschiedene Honige? Nein, es ist derselbe Honig, nur unterschiedlich verarbeitet. Naturbelassener Honig kristallisiert früher oder später von selbst. Das ist kein Mangel, sondern ein Zeichen dafür, dass er nicht erhitzt wurde. Wie schnell das geht, entscheidet vor allem das Verhältnis von Trauben- zu Fruchtzucker: Traubenzucker (Glucose) kristallisiert aus, Fruchtzucker (Fructose) bleibt flüssig. Rührt der Imker den Honig während der beginnenden Kristallisation regelmäßig, entstehen viele feine statt weniger grober Kristalle, und der Honig wird streichzart und cremig. Ungerührt bilden sich größere Kristalle, und er wird fest bis hart. Geschmacklich und qualitativ macht das keinen Unterschied.

Der Schwänzeltanz

Findet eine Sammlerin eine ergiebige Futterquelle, teilt sie das dem ganzen Volk mit, und zwar per Tanz. Auf der senkrechten Wabe läuft sie eine Acht: Beim geraden Mittelstück wackelt sie mit dem Hinterleib (daher „Schwänzeln"), dann läuft sie im Bogen zurück, wieder geradeaus, wieder im Bogen zur anderen Seite. Der Winkel dieses Mittelstücks zur Senkrechten entspricht dem Winkel zur Sonne, in dem die Futterquelle liegt. Wie lange sie wackelt, verrät die Entfernung: je länger, desto weiter weg. So wissen ihre Stockschwestern, wohin sie fliegen müssen, ohne die Quelle je gesehen zu haben.

Wabe senkrecht Sonne
Schema des Schwänzeltanzes

Warum der Imker im Spätsommer füttert

Im Winter selbst nehmen Bienen kein Futter mehr an. Bei Kälte sitzen sie eng in der Wintertraube und verlassen sie kaum. Der Wintervorrat muss deshalb vorher angelegt werden: Der Imker füttert zwischen Ende Juli und Ende September, solange es warm genug ist, dass die Bienen das Futter aufnehmen, einlagern und zu haltbarem Winterfutter verarbeiten können. Nachgefüttert wird mit Zuckerwasser, fertigem Sirup oder Futterteig, je nach Beutengröße meist 15 bis 20 kg pro Volk. Zu wenig Futter bedeutet Verhungerungsgefahr im Winter, zu viel schnürt im Folgejahr das Brutnest ein und bremst die Königin beim Eierlegen. Die richtige Menge ist eine Gratwanderung, die jeder Imker jedes Jahr neu einschätzen muss.

Propolis, das unterschätzte Kittharz

Propolis ist ein Harzgemisch, das Bienen aus Knospen- und Rindenharzen mit eigenen Enzymen herstellen und zum Abdichten und Desinfizieren des Stocks nutzen. Historisch wurde es erstaunlich vielseitig eingesetzt: Die alten Ägypter nutzten es zum Einbalsamieren von Mumien, Aristoteles empfahl es bei Wunden und Prellungen, Plinius der Ältere pries es für Augen und innere Organe. Militärärzte setzten es bis in die Weltkriege zur Wunddesinfektion ein, und wegen seiner Verwandtschaft zum Lignin des Holzes wird es bis heute als Bestandteil von Geigenlack verwendet.

Herausforderung Nummer eins

Die Varroamilbe

Varroa destructor ist eine etwa 1,6 mm kleine Milbe, die ursprünglich aus Südostasien stammt und dort auf der Asiatischen Honigbiene (Apis cerana) lebte, ohne ihr großen Schaden zuzufügen. Erst als europäische Honigbienen im 19./20. Jahrhundert nach Asien gebracht wurden, wechselte die Milbe den Wirt, mit dramatischen Folgen, da unsere Biene keine natürliche Abwehr gegen sie entwickelt hat. Über die damalige Sowjetunion (1964) verbreitete sie sich Richtung Westen und erreichte 1977 auch Deutschland, zunächst in Hessen. Heute ist sie praktisch flächendeckend verbreitet.

Die Milbe sitzt auf Bienen und vor allem auf der Brut und ernährt sich von deren Fettkörper und Hämolymphe (der „Bienen-Blutflüssigkeit"). Dabei überträgt sie gefährliche Viren, die geschwächte oder deformierte Bienen zur Folge haben können. Ohne Zutun des Imkers stirbt ein befallenes Volk in aller Regel innerhalb weniger Jahre. Varroa hat die Imkerei grundlegend verändert: Aus einem Hobby, bei dem man die Bienen weitgehend sich selbst überlassen konnte, ist eine Aufgabe geworden, die eine regelmäßige, ziemlich genau getaktete Gesundheitsfürsorge für das Volk verlangt.

Wie der Imker gegenwirkt: Kontrolliert wird der Befall meist über die Varroaschublade, eine herausziehbare Platte am Boden der Beute, auf der die natürlich abfallenden Milben gezählt werden. Behandelt wird überwiegend mit organischen Säuren: Ameisensäure im Spätsommer nach der Honigernte (sie wirkt über einen ätzenden Kontakteffekt, weshalb Resistenzen kaum zu erwarten sind) und Oxalsäure im brutfreien Winter, wenn sich die Milben nicht mehr in verdeckelter Brut verstecken können. Wer nicht behandelt, riskiert den Verlust seines Volkes. Varroa-Kontrolle gehört daher heute zum imkerlichen Pflichtprogramm, nicht zur Kür.

Eine neue Bedrohung

Die Asiatische Hornisse

Vespa velutina, die Asiatische Hornisse, ist eine ursprünglich aus Südostasien stammende, gebietsfremde Art, die 2014 erstmals bei Karlsruhe in Deutschland auftauchte. Seither hat sie sich vor allem in Baden-Württemberg, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgebreitet und gilt dort seit März 2025 offiziell als etabliert. Von der heimischen Europäischen Hornisse lässt sie sich an ihrem dunkleren Körper und den auffällig gelben „Füßen" unterscheiden.

Ihre Völker werden mit bis zu 2.000 Tieren deutlich größer als die der Europäischen Hornisse (rund 700 Tiere). Entsprechend groß ist der Bedarf an tierischem Eiweiß für die eigene Brut. Dabei haben es Asiatische Hornissen gezielt auf Honigbienen abgesehen: Sie postieren sich im „Lauerflug" direkt vor dem Flugloch und schlagen heimkehrende Sammlerinnen aus der Luft.

Was das für Imker bedeutet: In Regionen, in denen sich die Art bereits etabliert hat, berichten Imker von zusätzlichem Stress für ihre Völker und teils spürbaren Verlusten an Sammelbienen. Hinzu kommt Beobachtungsaufwand: Nester sollten möglichst früh erkannt und gemeldet werden, da sich ein Volk im Laufe eines Sommers stark vergrößert. Für meinen Standort im Sauerland liegen mir keine eigenen Sichtungen vor. Die Art breitet sich aber weiter aus, weshalb ich das Thema im Auge behalte.

Zum Nachschlagen

Imkerdeutsch – Deutsch

Ein paar Fachbegriffe, die auf dieser Seite oder beim nächsten Gespräch mit mir am Ehrenkasten fallen könnten, erklärt für alle ohne Imker-Vorwissen.

Ableger
Ein künstlich gebildetes kleines Volk aus Brutwaben und Bienen eines bestehenden Volkes – die gängigste Methode, ein Volk zu vermehren.
Absperrgitter
Ein Trenngitter zwischen Brut- und Honigraum. Die Öffnungen lassen Arbeiterinnen durch, sind für die größere Königin aber zu eng – so bleibt der Honigraum brutfrei.
Ameisensäure (AS)
Eine natürlich vorkommende organische Säure, mit der der Imker im Spätsommer die Varroamilbe bekämpft. Sie wirkt über einen ätzenden Kontakteffekt, nicht als Gift – Resistenzen der Milbe sind daher kaum zu erwarten.
Asiatische Hornisse
Eine seit 2014 in Deutschland auftretende, gebietsfremde Hornissenart, die gezielt Honigbienen vor dem Flugloch jagt – mehr dazu weiter oben auf dieser Seite.
Beute
Das „Haus" der Bienen – der Bienenkasten bzw. -stock, in dem ein Volk lebt.
Bienenbesen
Ein Handbesen mit sehr weichen Borsten, mit dem der Imker Bienen schonend von einer Wabe kehrt, etwa bei der Honigernte.
Bienenflucht
Ein Einwegventil zwischen Honig- und Brutraum: Bienen kommen durch, aber nicht mehr zurück – so wird der Honigraum vor der Ernte bienenfrei.
Brutraum
Der Teil der Beute, in dem die Königin Eier legt und die Brut heranwächst – meist unten, unter dem Honigraum.
DNM (Deutsch Normalmaß)
Eines der gängigen deutschen Rähmchenmaße, vor allem in Mittel- und Norddeutschland verbreitet, etwas schmaler als das Zandermaß.
Drohn
Die männliche Biene. Einzige Aufgabe: die Begattung einer jungen Königin. Hat keinen Stachel.
Heroldbeute
Eine klassische Holzmagazinbeute, die wahlweise mit 12 DNM- oder 10 Zander-Rähmchen bestückt werden kann.
Honigraum
Der Teil der Beute, in dem die Bienen Honig einlagern – von dort entnimmt der Imker die Ernte.
Imker / Imme
Imme ist ein altes deutsches Wort für Biene. Ein Imker ist entsprechend, wer sich um die Immen kümmert.
käfigen (Zusetzkäfig)
Eine neue Königin wird vorübergehend in einem kleinen Käfig ins Volk gehängt, dessen Ausgang mit Futterteig verschlossen ist. Königin und Volk gewöhnen sich so aneinander, bevor sich die Bienen nach 2–3 Tagen zu ihr durchgefressen haben.
Läppertracht
Ein geringes, unregelmäßiges Nahrungsangebot etwa im Spätsommer – die Bienen finden nur noch „häppchenweise" etwas.
Met
Ein altes alkoholisches Getränk aus vergorenem Honig und Wasser – der „Honigwein".
Mittelwand
Eine vorgeprägte, dünne Wachsplatte, die dem Rähmchen als Baugrundlage dient – die Bienen ziehen darauf ihre sechseckigen Zellen.
Nachschaffungszelle
Eine Weiselzelle, die ein Volk baut, wenn es seine Königin unerwartet verliert – das „Notprogramm" zur Aufzucht einer Ersatzkönigin, anders als die geplante Schwarmzelle.
Nachschwarm
Ein weiterer Schwarm, der nach dem Vorschwarm mit einer noch unbegatteten jungen Königin auszieht.
Oxalsäure
Organische Säure, die im brutfreien Winter gegen die Varroamilbe eingesetzt wird, wenn sich die Milben nicht mehr in verdeckelter Brut verstecken können.
Propolis
Das „Kittharz" der Bienen aus Pflanzenharzen, zum Abdichten und Desinfizieren des Stocks – mehr dazu weiter oben auf dieser Seite.
Rähmchen
Der Holzrahmen, der eine Wabe hält und sich einzeln aus der Beute herausnehmen lässt – macht moderne Imkerei erst praktikabel.
Räuberei
Wenn fremde Bienen ein schwaches Volk ausplündern – meist in trachtarmen Zeiten, wenn wenig Nektar zu finden ist.
Räuchergerät (Smoker)
Ein kleines Blasebalg-Gerät, mit dem der Imker Rauch erzeugt. Der Rauch täuscht den Bienen einen Waldbrand vor – sie fressen sich in Ruhe mit Honig voll und werden dadurch friedlicher.
Reinigungsausflug
Der erste Ausflug der Bienen im zeitigen Frühjahr, bei dem sie nach Wochen im Stock endlich ihre Kotblase entleeren.
Schwarm
Der Teil eines Volkes, der mit der alten Königin auszieht, um ein neues Zuhause zu suchen – die natürliche Art, wie sich ein Volk vermehrt.
Stärkesirup
Fertiges Bienenfutter auf Stärkebasis (z. B. „Apiinvert"), bereits weitgehend aufgespalten und dadurch für die Bienen leichter zu verarbeiten als selbst angerührtes Zuckerwasser.
Stockmeißel
Das wichtigste Werkzeug des Imkers: ein Stahlmeißel zum Lösen verkitteter Zargen und Rähmchen sowie zum Abkratzen von Wachs und Propolis.
Tracht
Das gesamte Nektar-, Pollen- und Honigtauangebot, das Bienen in einer Gegend gerade zur Verfügung steht. Viel Tracht heißt: volle Waben; wenig Tracht heißt: der Imker muss notfalls zufüttern.
Umweiseln
Das gezielte Ersetzen einer alten oder leistungsschwachen Königin durch eine neue.
Varroa
Eine parasitäre Milbe, die sich von Bienen und Brut ernährt und Viren überträgt – der größte Gesundheitsgegner moderner Bienenvölker weltweit. Mehr dazu weiter oben auf dieser Seite.
Varroaschublade (Windel)
Eine herausziehbare Platte am Boden der Beute, auf der abgefallene Varroamilben gezählt werden, um den Befall eines Volkes einzuschätzen.
Vorschwarm
Der erste und meist stärkste Schwarm eines Volkes, der mit der alten, bereits begatteten Königin auszieht.
Weisel
Alte, bei Imkern bis heute gebräuchliche Bezeichnung für die Bienenkönigin.
Weisellosigkeit
Der Zustand eines Volkes ohne Königin – ein Alarmzustand, den der Imker möglichst schnell erkennen und beheben muss.
Weiselzelle
Eine besonders große, meist erdnussförmig nach unten hängende Wabenzelle, in der eine neue Königin heranwächst.
Wintertraube
Die dichte Kugel, zu der sich das Volk bei Kälte zusammenzieht, um sich durch Muskelzittern gegenseitig warmzuhalten.
Zander
Das vor allem in Süddeutschland verbreitete Rähmchenmaß, benannt nach dem Bienenforscher Enoch Zander – etwas breiter als das DNM.
Zarge
Ein einzelner Kasten, ein „Stockwerk" der Beute – mehrere Zargen werden übereinandergestapelt.
Zeidler
Historischer Waldimker: Statt Bienen in Kästen zu halten, betreute er wilde Völker in ausgehöhlten Baumhöhlen, oft hoch oben im Wald. Die Zeidlerei war vom Frühmittelalter bis ins 18./19. Jahrhundert verbreitet, bevor Rohrzucker und moderne Imkerei sie verdrängten.
Zuckerwasser
Selbst angerührtes Futter aus Haushaltszucker und Wasser, meist im Verhältnis 3:2 (Winterfütterung) oder 1:1 (Frühjahr/Ableger).

Zum Ausgleich: Bienenwitze